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 NTEHL - Interview des Monats Mai 2012

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Saubermann

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BeitragThema: NTEHL - Interview des Monats Mai 2012   Di Mai 29, 2012 1:38 am

Lang, lang ist es her, dass wir hier ein Interview führten. Nun ist es an der Zeit, dass wir die gute alte Tradition des Interviews des Monats mal wieder aufleben lassen und zumindest ab und an mal wieder was dazu schreiben.
Unser Gast heute ist Decoman, der seit einigen Saisons bei den Senators das Zepter führt.
Wir sprachen mit ihm über seine Sens, die Lage der Liga und den aktuellen Draft.

NTEHL: Herr Decoman, vielen Dank, dass sie zu vorgerückter Stunde noch Zeit für uns hatten. Wir hoffen, dass sie die Zeit nach dem Draft zur Erholung genutzt haben. Wie geht es Ihnen und ihren Sens?

Decoman (Deco): Guten Abend, Herr Saubermann. Mir und meinem Team geht es wunderbar, vielen Dank. Der Draft war aus unserer Sicht sehr erfolgreich. Ich glaube, das Team hat damit durchaus an Potential gewonnen, obgleich das aus den hinteren Draftpositionen heraus durchaus keine einfache Aufgabe ist.

NTEHL: Bevor wir auf den Draft an sich ansprechen, blicken wir doch mal auf die abgelaufene Saison. Geprägt war sie von Hochgefühl (Division-Titel) und Enttäuschung (Erstunden-Aus). Wie beurteilen sie die in diesen Tagen zu Ende gehende Spielzeit?

Deco: Ihre Einschätzung passt schon ganz gut. Die Senators der vergangenen Saison waren sicher zu mehr fähig als dem desaströsen Erstrunden-Aus. Allerdings haben wir es den Canadiens zu einfach gemacht: Wir haben uns die ganze Saison über durch unsere Offensive definiert, defensiv waren wir nur zweitklassig. Gegen eine der stärksten Defensiven der Liga konnten wir uns dann nicht schnell genug im Spiel umstellen.
Insgesamt jedoch bleiben eher positive Eindrücke. Ich konnte mit Julian van Lidjen, Jacob Doty, Oliver Archembault gleich drei vielversprechende Rookies an die Liga heranführen. Die 1st Line um die beiden Stars Heatley und Kovalchuk war eine der besten der gesamten Liga und die beiden besten Verteidiger der Liga entstammen ebenfalls den Senators. Wenn das nicht Lust auf mehr macht, weiß ich auch nicht!

NTEHL: Sie sprechen ihre erste Reihe an: ist sie nicht der Knackpunkt für die zukünftige Entwicklung und steht sie dieser nicht im Weg? Immerhin bindet sie knapp die Hälfte ihres Budgets, dazu scored Turris nicht so wie er kann und Heatley und Kovalchuk sind Mitte 30. Wäre es nicht Zeit zumindest einen der drei abzugeben, auch in Anbetracht der neuen Budgetrestriktionen?

Deco: Ja, diese Gedanken sind da und wurden auch schon im Management diskutiert. Solange es allerdings kein passendes Angebot für die von Ihnen genannten Spieler gibt, sehe ich keinen Handlungsbedarf. Heatley und Kovalchuk passen sehr gut in das Konzept der Senators und können auch sehr gerne Ihre Karriere hier beenden. Die Budgetsituation ist natürlich gespannt, keine Frage. Allerdings gibt es da noch mehr Ansatzpunkte, als einen der beiden Aushängeschilder der Franchise abzusägen, nur um zu sparen. Ich plane mittelfristig wieder junge, schlagkräftige und auch kostengünstige Spieler in größeren Rollen einzusetzen, um so auch unter den Salary Cap zu kommen. Für die kommende Spielzeit wird Ottawa daher keinen externer Ersatz für den scheidenden Ryan Malone holen, sondern ganz auf die eigene Jugend setzen. Kandidaten gibt es dafür sogar erfreulich viele!


Ein Key-Player verlässt Ottawa: Ryan Malone geht!

NTEHL: Wie sehen denn ihre finanziellen Ambitionen aus? Wer soll denn als Ersatz für Malone nachrücken? Denn noch sind sie (Malone bereits rausgerechnet) über dem Cap.

Deco: Es wird eine ganz enge Angelegenheit mit dem Salary Cap. Mit Ryan Malone, Matt Clark (geht nach NJD), Mirko Höfflin und Kirill Lyamin haben wir vier Abgänge zu verzeichnen, die sich zusammen auf 4.270.000 $ belaufen. Damit ist man Stand jetzt genau 119.000 $ unter dem Cap. Dadurch, dass aber natürlich Farmteam-Spieler aufrücken müssen, liegen wir also realistisch gesehen knapp darüber und müssen noch kleinere Anpassungen vornehmen, um die Obergrenze einzuhalten.
Zu Ihrer zweiten Frage: Für Malone bieten sich mehrere Spieler an. Zum einen Fast-Rookie-des-Jahres Oliver Archembault, allerdings auch Komplett-Neulinge wie Marcus Kruger, Daniel Olsson-Trkulja oder Jason Swyripa. Vor allem Kruger und Olsson-Trkulja haben enormes Potential.

NTEHL: Die von Ihnen genannten Spieler sind sicherlich keine schlechten, haben aber ihre Stärken eher in der Offensive. Die Lücke des "Arbeiters" wie Malone einer war bleibt also offen?

Deco: Zumindest mittelfristig, ja. Allerdings war Malone auch nur selten in einer Position eingesetzt, die seiner Physis bedurfte.

NTEHL: Rookies sind übrigens ein gutes Stichwort. Vielfach wurden sie gelobt für ihre gute Arbeit. Archeambault, Kruger, Olsson-Trkulja oder Doty sind Spieler nach denen sich andere die Finger lecken, dazu kommen so fast untergegangene Schmuckstücke wie der aktuelle Calder-Trophy-Gewinner Julian van Lijden oder der Schweizer Dean Kukan. Nun wird nach dem aktuellen Draft etwas Kritik laut..Ray Bourque schrieb in einer Kolumne, dass man für die Verschleuderung eines 1st Round Picks für Gallant gesteinigt gehört. Was antworten sie diesen Stimmen?

Deco: Natürlich muss haben solche Äußerungen Ihre Berechtigung. Jeder GM, der ein Risiko eingeht, steht letzten Endes als Held oder Idiot da. Allerdings muss man das im Kontext der Situation in Ottawa sehen. An Position 24 im Draft waren keine Spieler auf meiner Liste mehr verfügbar, die nur annäherend so ausgeglichen von den Voraussetzungen waren wie der junge Gallant. Die Betonung liegt da wirklich auf der Ausgeglichenheit, das das Komplettpaket Gallant bringen kann. Speziallisten haben wir in Ottawa erst einmal genug.
Mit ein bisschen Glück wird Gallant zu einem exzellenten Two-Way Forward, vor dessen Fähigkeiten sich auch die Krugers und Archembaults verneigen werden, achja nicht zu vergessen der werte Herr Bourque.

NTEHL: Dennoch gilt die Verpflichtng von Gallant als Überraschung, manche sprechen gar von einer Sensation, da er im Mockdraft von ISS zum Beispiel nur an 66 gelistet war. Wird es soviel Risiko in Zukunft mehr geben?

Deco: Das hängt in erster Linie davon ab, an welcher Stelle wir uns im Draft befinden und wie viel wir gewinnen kännen. Wie eingangs schon kurz erwähnt, haben wir ins Ottawa grundsätzlich das Problem, dass unsere eigenen Draftpicks immer weit hinten gelistet sind. Also sind wir quasi dazu gezwungen, ein höheres Risiko als andere einzugehen, um die Spielerqualität nachhaltig halten zu können. Bisher hatte ich dabei immer ein glückliches Händchen, wie man bspw. bei dem an 48 gezogenen van Lijden oder dem gar an 85 gezogenen Kukan sehen kann.


Gallant gilt als Risiko - nicht nur wegen seiner mitunter wüsten Prügeleien

NTEHL: Dennoch waren die Spieler "sicherer" zu ziehen als Gallant. Aber gut, wie beurteilen sie insgesamt den Draft 2016?

Deco: Der Draft war sehr spannend. Es gab viele Schmuckstücke auf den hinteren CSB Plätzen zu entdecken, die wegen einiger Makel dorthin gestuft wurden. Dies ist sicher auch einer der Hauptgründe für die kontroversen Diskussionen im Anschluss an den Draft. Wie jedes Jahr waren aber auch klare Spitzenspieler dabei, die es vor allem den an den vorderen Positionen draftenden Teams leicht machten. Insgesamt waren dabei nicht unbedingt so viele gute Spieler zu finden, wie in den Vorjahren, weshalb wir uns in Ottawa einmal mehr dazu gezwungen sahen mehr Risiko einzugehen und einige Experimente zu starten.

NTEHL: Der Draft gilt ja immer als Gradmesser, wie gut es einer Liga geht und wie gut auch die Arbeit ist. Sie gelten ja als sehr kritischer Geist, der auch nicht davor zurück schreckt, sehr kritische Worte für die Lage der Liga zu finden. Nun sind wieder 29 von 30 Managerplätzen besetzt, mancher Ligaleiter schwelgt in Euphorie. Teilen sie diese und auch den Weg der Beschritten wird oder überwiegt derzeit doch eher negatives?

Deco: Ich freue mich wirklich für die Liga! Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. Bevor die schwierige letzte Phase wirklich abgehakt werden kann, sollte man noch ein wenig zurückhaltend sein. Denn nicht jeder neue GM bleibt der Liga auch dauerhaft erhalten, wie zuletzt wieder am Beispiel von GM Peedy gesehen. Dennoch bin ich optimistisch, dass die Liga wieder Fahrt für eine hoffentliche lange Zukunft aufgenommen hat.

NTEHL: Was bewegt sie denn dazu optimistisch zu sein?

Deco: Ein ganz zentraler Punkt dabei ist die Aktivität im Forum. Nicht nur da hat sich zuletzt deutlich etwas getan. Auch die Ligaleitung hilft kräftig mit und versucht uns GMs mit tollen Specials anzuspornen und zu begeistern. Das gibt und gab es in der NTEHL zwar schon öfter, ich habe allerdings das Gefühl, dass sich die Leute wieder mehr davon mitreißen lassen!


NTEHL: In der Tat ist auffällig, dass sich die GMs mehr reinhängen und gut begeistern lassen - und das obwohl uns eigentlich das obligatorische Sommerloch bevor steht. Bevor wir sie nun in den wohlverdienten Feierabend entlassen, gestatten sie uns eine letzte Frage: was dürfen wir von den Senators 2016/17 erwarten?

Deco: Da stimme ich (wahrscheinlich wie auch letzte Saison) mit Ray Bourque überein: Solange sich keiner der Leistungsträger verletzt, sollten die Sens im oberen Tabellendrittel zu erwarten sein, um letztlich wieder einen Versuch zu starten, den ersten Stanley Cup der Vereinsgeschichte zu holen. Wenn die defensiven Schwächen behoben werden können, dann sollten die Sens wirklich auch in der Verfassung sein, ernsthaft ein Wörtchen bei diesem Vorhaben mitreden zu können.

NTEHL: Wir danken ihnen für ihre offenen und ehrlichen Worte und wünschen Ihnen und den Sens das nötige Glück für die neue Saison


Das Objekt feuchter Sens-Träume: Der Cup!

_________________
Meine Meinung spiegelt nicht zwangsläufig die der LL wieder
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