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 NTEHL - Interview des Monats Juli 2013

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James Duthie

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BeitragThema: NTEHL - Interview des Monats Juli 2013   Sa Jul 20, 2013 10:09 pm

Liebe NTEHL-Gemeinde, willkommen zum Interview des Monats Juli 2013.


Fast schon untypisch kommt dieses Mal das Interview des Monats weit vor dem Monatswechsel. Auch im Juli habe ich mich auf dem Weg zu einem GM aus der NTEHL gemacht, um ein interessantes Interview zu führen.
Einmal mehr ging es quer durch die Vereinigte Staaten von Amerika rüber an die Ostküste. Nachdem ich das letzte Mal die angenehmen Temperaturen nahe des Pazifik genießen konnte, ging es diesmal ins kühlere Neuengland. Über den Logan International Airport führte mich der Weg durch das schöne Boston, wo mich der General Manager der Bruins, BlueStriker, zum Interview im TD Garden empfangen hat. Nachdem es letzte Saison nicht für einen der begehrten Playoffränge erreicht hat, sieht es in dieser Saison wirklich gut aus für die Bruins. Die Handschrift von BlueStriker ist deutlich zu erkennen, und man kann sagen, dass die Bruins nun endlich eine Konstante auf dem Posten des General Managers gefunden haben. Ich sprach mit BlueStriker über die vergangene Saison, über die Offseason und natürlich auch über die aktuellen Geschehnisse. Dabei entstand ein lesenwertes und interessantes Interview, wo Sie mehr über die Boston Bruins erfahren können.
Ich wünsche Ihnen beim Durchlesen viel Spaß. Über Kritik und sonstige Anregungen jeglischer Art freue ich mich natürlich!

James Duthie: Herr BlueStriker, vielen Dank, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben. Nach einigen GM-Wechseln bei den Bruins in der Vergangenheit hat man mit Ihnen nun einen Manager gefunden, der eine Konstante auf dieser wichtigen Position darstellt. Wie fällt Ihr Zwischenfazit Ihrer bisherigen Amtszeit in Boston aus?

BlueStriker: Sehr bescheiden, muss ich zugeben. In meiner ersten Saison als absoluter Eishockeyneuling wurde ich von den vielen Daten der Spieler und den Möglichkeiten geradezu erschlagen. Es war lernen auf höchstem Niveau und es hat geholfen. In der zweiten Saison lief es ganz ordentlich, die Playoffs wurden es dennoch nicht. 

James Duthie: Bevor wir über die aktuellen Geschehnisse sprechen, möchte ich erst einen Blick in die Vergangenheit werfen. Letztes Jahr belegten die Bruins den 10. Rang in der Eastern Conference und verpassten die Playoffs relativ deutlich. Was waren die Gründe, dass es letzte Saison nicht zu den Playoffs gereicht hat?

BlueStriker: Ich habe das Team eigentlich auf einem guten Weg gesehen in meiner dritten Saison, aber dann gab es Niederlagen in Serie und auch meine Motivation wurde verschwindend gering. Viel zu spät habe ich die Lines komplett verändert und angefangen, auch Stars wie Patrice Bergeron in Frage zu stellen. Dessen Trade war für mein Team in Sachen Kadertiefe und Umgestaltung der Lines das Beste an der ganzen Saison.

James Duthie: Für die neue Saison holten Sie starke Spieler wie Nikolai Kulemin oder Robert Nilsson, gaben aber auch Klasse ab, indem Cam Barker oder Loui Eriksson den Club verließen. Auch ist zu beobachten, dass Sie einigen jungen Spieler für die neue Saison eine Chance gegeben haben. Wie bewerten Sie Ihre Offseasonaktivitäten und was haben Sie sich dabei gedacht?

BlueStriker: Wie bereits erwähnt, fing alles mit Bergeron und den eingesparten Millionen in der Vorsaison an. Das besondere war, dass die genannten Spieler nicht durch Trades in Verbindung standen und ich vorher ganz klar wusste, was ich haben will. Statt eines einzigen Stars sollten viele gute Spieler das Team prägen. Ein weiteres Ziel war der Aufbau einer Hitting-Line, welche nun mit Wagner, Fitzgerald und Linglet stark besetzt ist. Bei den Schnäppchen Kulemin als Free Agent und Nilsson konnte man davon profitieren, dass andere Teams viel Risiko mit ihren Gehältern gegangen sind. Mit den Youngstern Trouba und Vrana waren die ersten beiden selbst gedrafteten Spieler schon sehr weit, sodass man beide ohne Probleme einsetzen konnte. Besonders Trouba als 1st Pair Defender ist ein Volltreffer.


Mit Bergeron musste ein verdienter Spieler für die notwendige Tiefe im Kader weichen.

James Duthie: Im letzten Draft hatten Sie keine Picks zur Verfügung. Was waren die Gründe, dass Sie bei dem Draft nicht aktiv waren? Und wie bewertet Sie Ihren Prospectpool und Ihre Nachwuchsarbeit im Allgemeinen?

BlueStriker: Der Grund für unsere Abwesenheit war, dass wir nach meinem Start schon für 2016 alle Rechte eingetauscht hatten und dort mit 19 Picks zugeschlagen haben. Darunter waren jeweils 3 Picks in den ersten beiden Runden und ein gewisser Eddi Rinke in Runde 4. Aktuell gibt unser Prospectpool nichts her. Einzig Timothe Bozon wird zur neuen Saison als Stammkraft im Farmteam erwartet. Aber von einer schlechten Nachwuchsarbeit kann man auch nicht sprechen, da zu Beginn dieser Saison mit Trouba, Vrana, DeHart, Melachrino und Rinke 5 Spieler den Pool verlassen haben und außer Melachrino werden alle den Sprung ins NHL-Team schaffen. Zudem steht mit Brycen Martin ein 21-jähriger junger Mann auf dem Sprung vom siebten zum Top4 Defender. Und dann ist da noch der aktuelle Draft, bei dem wir mit 7 Picks in den ersten drei Runden vertreten sein werden.

James Duthie: Kommen wir nun auf die aktuellen Geschehnisse zu spechen, Herr BlueStriker. Aktuell befinden sich die Bruins auf einem guten Weg und führen nach 54 Spielen mit 70 Punkten die Eastern Conference an. Wie erklären Sie sich diesen bislang positiven Saisonverlauf?

BlueStriker: Bereits zum Ende der vergangenen Saison deutete sich das Potenzial an. Aktuell ist es das Ergebnis der zuvor geschilderten Veränderungen. Das Team trägt jetzt endgültig meine Handschrift und hat mit meinen Vorgängern nicht mehr viel zu tun. Nur noch 3 Spieler(Gustafsson, Neal, Lashoff), die bei meinem Antritt hier waren, sind noch im Starting Lineup. In den ein oder anderen Spielen brauchte man natürlich auch etwas Glück, aber besonders im November gab es auch mal eine Reihe von Niederlagen, die vermeidbar waren. Daran war aber meine Aufstellung schuld und es hat lange gedauert, bis ich den Fehler gesehen hatte.

James Duthie: Blickt man auf die Statistiken, so fällt auf, dass sich das Penalty Killing der Bruins enorm verbessert hat. Auch das Powerplay weist einen zufriedenstellenden Wert von über 20 Prozent aus. Hat das Trainerteam besonders mit den Special Teams gearbeitet in der Offseason? Oder haben Sie bei der Kaderplanung auch darauf geachtet, dass die neuen Spieler die Special Teams verbessern können?

BlueStriker: Da trifft wohl beides zu und hinzu kommt mein inzwischen besseres Verständnis der gegebenen Möglichkeiten. Die Hälfte des Penalty Killing Personals wurde ausgetauscht, weshalb das wohl der wichtigste Punkt ist. Vom Powerplay bin ich noch nicht begeistert, in wichtigen Momenten hat es leider im wieder versagt. Da unsere Forwards sich alle sehr ähnlich sind, haben Veränderungen auch nichts gebracht. 

James Duthie: Aktueller Topscorer ist Robert Nilsson, also einer Ihrer Neuzugänge, mit 56 Punkten in 54 Spielen. Würden Sie sagen, dass sich dieser Trade absolut bezahlt gemacht hat bislang? Und mit welchen Spielern sind Sie sonst noch zufrieden und gibt es auch Spieler, von denen Sie sich mehr versprochen haben?

BlueStriker: Nilsson war ein absoluter Wunschspieler als er auf den Markt kam, auch wenn er offiziell gar kein Center ist. Besonders überrascht hat mich Perron, da ich zuvor immer Wolski als unsere Tormaschine gesehen hatte. Jetzt treffen beide. Trouba als Rookie ist auch voll eingeschlagen. Enttäuscht bin ich von Tedenby, der nach seiner Verletzung nicht wieder an seine Leistungen anknüpfen konnte und von Brule, der sich erst in den letzten Spielen wieder gefangen hat. Quasi ein interner Neuzugang Richtung Playoffs.


Überzeugt seit seinem Wechsel zu den Bruins: Robert Nilsson.

James Duthie: Die Trade Deadline ist auch nicht mehr allzu weit entfernt und Ihre Bruins sind, wie bereits erwähnt, gut in der Tabelle positioniert. Planen Sie, bis zur Deadline das Team weiter zu verstärken? Oder sind Sie zuversichtlich, dass das aktuelle Team auch in Hinblick auf die Playoffs stark genug ist?

BlueStriker: Mit Blick auf unsere Picks (1st BOS, 1st DAL) dürften wir uns gar nicht verstärken, aber wir halten immer die Augen offen. Ein echter Sniper fehlt noch im Team, vielleicht wäre das eine Möglichkeit. Sonst muss Vrana einfach noch schneller seinen Abschluss voll entwickeln(90+).

James Duthie: Kommen wir nun auf ein anderes Thema zu sprechen. Die Northeast Division ist eine hart umkämpfte Division, und aktuell sind die Buffalo Sabres nur einen Punkt hinter den Bruins. Wie schätzen Sie ihre Konkurrenten in der Division ein? Und wo sehen Sie die Northeast Division im Vergleich zur NTEHL?

BlueStriker: Ich denke, die Sabres werden am Ende den Divisionstitel holen. Sie haben noch einige Spiele Rückstand und in den Statistiken sind sie auch überall einen Tick besser. Unsere kanadischen Freunde haben unterschiedliche Vorrausetzungen. Toronto befindet sich im Neuaufbau, Ottawa hätte ich stärker erwartet und Montreal ist nur knapp hinter uns. Das wäre auch das Niveau gewesen, wo ich mein Team vor der Saison gesehen hätte. Unsere Division scheint aktuell im Osten in der Spitze die stärkste zu sein. Aus dem Westen hört man immer nur das übliche Gerede, das der Osten viel schwächer wäre. Dort stehen auch hauptsächlich die Überteams aus Detroit und Colorado an erster Stelle, hinter anderen muss sich kein Playoffteam aus dem Osten verstecken. Am Ende muss man erstmal seine Conference im Griff haben, bevor man rüber schaut. Aber manche Manager brauchen nun mal ihre Ausreden.

James Duthie: Wo sehen Sie die Boston Bruins in den nächsten 5 Jahren? Ist in dieser Zeit auch ein Angriff auf den begehrten Stanley Cup möglich?

BlueStriker: Solange es Detroit gibt und dort weiterhin regelmäßig Toppicks für ältere Topspieler gewonnen werden können, sollte man davon nicht mal träumen. Die Momentaufnahme von Platz 1 im Osten genießen wir, solange es sie gibt. Vielleicht wird dies schon die erfolgreichste Saison der nächsten 5 Jahre, bisher gab es zudem kaum Verletzte. Ansonsten haben wir nicht vor uns in Zukunft zu verschlechtern.

James Duthie: Gehen wir nun eine Etage tiefer und sprechen wir über Ihr Farm Team, den Providence Bruins. Momentan belegt das Team in der AHL den 10. Rang. Welchen Stellenwert hat das Farm Team für Sie?

BlueStriker: Es ist ein Mittelweg aus Erfolg und Entwicklung von Nachwuchsleuten. Für einen Titel wird es nicht reichen, aber vielleicht kann man mal die Playoffs erreichen. Eigentlich macht das auch keinen Sinn, aber solange die Kosten im Rahmen bleiben, wird das Team neben unseren Talenten mit guten Spielern aufgefüllt. Ab und zu ein Spiel gewinnen macht immer mehr Spaß als nur zu trainieren. 

James Duthie: Langsam, aber sicher kommen wir zum Ende, Herr BlueStriker. Zuvor möchte ich Ihnen noch allgemeine Fragen zur NTEHL stellen. Wer sind für Sie die Favoriten, um am Ende ganz oben in der Tabelle zu stehen? Und warum?

BlueStriker: Hat hier schon mal jemand nicht Detroit genannt?! Colorado darf man auch nicht vergessen. Ich tippe mal auf ein Stanley-Cup Finale Detroit(Überraschung) gegen Buffalo.

James Duthie: Wie am Ende jedes Interviews haben auch Sie die Wahl, sich drei Spieler aus der NTEHL, je einen Goalie, Defender und Forward, für Ihre Bruins auszusuchen. Welche Spieler würden Sie wählen? Und warum fällt die Wahl auf diese Spieler?

BlueStriker: Auch wenn es stärkere gibt, aber als Goalie hätte ich gern Tuukka Rask wieder in Boston. Ich habe tatsächlich in letzter Zeit öfter die Highlights der echten Bruins gesehen und das war schon stark. Als Defender würde ich Keegan Kanzig wählen, da bei Defendern die defensiven Werte für mich überzeugen müssen. Dass er gerade eine starke Saison spielt und bei der Größe auch offensiv überzeugen kann, spricht für sich. Als Forward nehme ich Evgeny Malkin. Spieler die man akuell auch noch Live sehen kann, bevorzuge ich einfach, auch wenn er aktuell nicht die Scorerlisten anführt, ist er hier und im wahren Leben eine Granate. 


GM BlueStriker hätte nichts gegen eine Rückkehr von Tuukka Rask nach Boston einzuwenden.

James Duthie: Herr BlueStriker, damit sind wir am Ende angekommen. Ich bedanke mich vielmals bei Ihnen für dieses Interview und wünsche Ihnen und den Boston Bruins viel Erfolg für die restliche Saison.

BlueStriker: Danke für die Anfrage, ich bin schon immer ein großer Fan dieses Formats gewesen, daher freut es mich, mal dabei zu sein. Ich hoffe es wird noch lange weitergeführt, auch wenn die Anerkennung durch Kommentare im Forum nicht immer in Massen vorhanden ist, leider auch nicht immer von mir.
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